Champions-Drama: Akt 2 - Der Cypher-Cam-Exploit

Geposted von jacpaka,
Kaum hat sich die Auseinandersetzung zwischen Sentinels und FURIA gelegt, ist bereits ein weiteres brasilianisches Team in Drama verwickelt. Die VCT Champions verliefen bisher alles andere als reibungslos. Der erste Akt spielte sich noch zwischen den Regionen Brasilien und Nordamerika ab, im zweiten Akt des brasilianischen Dramas reiht sich nun auch die EMEA-Region ein.

So kam es nach dem Spiel zwischen Acend aus EMEA und Vivo Keyd aus Brasilien am vergangenen Freitag erneut zu Auseinandersetzungen zwischen den Communitys. Auslöser dafür war ein von Riot Games festgestellter Exploit der Cypher-Kamera seitens Vivo Keyd. Der Spieler Jonathan 'JhoW' Glória habe in insgesamt sechs Runden auf der dritten Map Breeze einen visuellen Fehler der Cypher-Fähigkeit ausgenutzt:

Durch die rote Markierung auf einem Ingame-Screenshot lässt sich erkennen, dass die Cypher-Kamera dank eines Grafikfehlers durch einen Teil des Dachs hindurchsehen und somit wichtige Informationen sammeln konnte.


Sieg-Wechsel durch angepasstes Ergebnis



In einer ersten Erklärung von Riot hieß es daher am Samstag: "JhoW nutzte den Cypher-Kamera-Exploit in sechs Runden des Matches. Diese sechs Runden verfallen für Vivo Keyd und werden Acend gutgeschrieben." Daraus ergebe sich ein Stand von 12:9, der fehlende Punkt zum Sieg wurde Acend dann aus den wirtschaftlichen Vorteilen heraus gewährt, die das Team Vivo durch den Exploit erhielt. Dadurch stand am Ende nicht mehr Vivo als Sieger der Begegnung da, sondern Acend.



Bereits auf diese Ankündigung reagierte die brasilianische Community gereizt. Aber auch andere Beteiligte der VALORANT-E-Sport-Szene äußerten sich zum Vorfall. So wird zum Beispiel die Situation im Spiel zwischen Sentinels und FURIA als Vergleich herangezogen, in der Riot das Spiel unmittelbar nach einem vermeintlichen Exploit unterbrach.



Wenig später kündigte Riot an, sich noch weitere Zeit für die Beurteilung der Situation nehmen zu wollen und veröffentlichte daraufhin ein weiteres Statement, das die vorherige Entscheidung zurücknahm: "Nach weiterer Überprüfung stellten wir fest, dass [Vivo Keyd] nur drei Runden hätte abgeben müssen. Das würde einen Punktestand von 12:10 zugunsten von Acend bedeuten, durch den kein klarer Gewinner der Map entschieden werden kann." Als Lösung der Situation wurde die letzte Map mit einem 7:0-Start für Acend vor dem regulären Spieltag am Sonntag wiederholt.

Acend trotzdem Sieger, Brasilianer erzürnt



Nach der wiederholten letzten Map am Sonntagnachmittag ging Acend - wie bereits zuvor durch Riots vorschnelle Entscheidung - als Sieger hervor und schickte Vivo Keyd in die Lower Bracket. Das brachte bei vielen Fans das bis zum Rand gefüllte Fass zum Überlaufen. Den Höhepunkt erreichte das Drama auf Twitter spätestens, als sich auch Spieler anderer Regionen in das Geschehen einmischten:



"Man hätte eine technische Pause einlegen sollen", witzelte Sentinels-IGL Shahzeb 'ShahZaM' Khanmit Blick auf die vorherige Situation zwischen Sentinels und dem brasilianischen Team FURIA, das kurz nach einer solchen technischen Pause wegen eines vermeintlichen Exploits das Spiel gegen Sentinels verlor. Daraufhin erreichten den 28-Jährigen kritische Aussagen aus der brasilianischen Community, unter anderem von Gustavo Melão, VALORANT-Kommentator aus Brasilien.

Auch sein Mitspieler Jared 'zombs' Gitlin beteiligte sich an der allgemeinen Diskussion:



Diesen Tweet nahm André Akkari, Co-CEO des brasilianischen Teams FURIA zum Anlass, Strafen für solches Verhalten von Riot zu erbitten. "E-Sport beinhaltet Respekt, Leidenschaft, Liebe. Respektlosigkeit gegenüber 220 Millionen Menschen, die zum großen Teil in Armut leben, ist inakzeptabel", schreibt er als Antwort auf zombs' Tweet.



Nach der Niederlage der Sentinels gegen Team Liquid am Samstagabend feuerte zombs mit einem weiteren Tweet, nach dem die Diskussion ein wenig abebbte. Seit Längerem gelten brasilianische Fans als besonders leidenschaftlich und lautstark, wenn es um ihre eigenen Teams in E-Sport-Turnieren geht. So landete der Hashtag #justiceforkey kurzerhand auf Platz eins der Twitter-Trends. Riot Games äußerte sich zu den Vorfällen bisher nicht.

Bildquelle: Riot Games

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